Anna Ridler Trace Remains
22/05/2026 – 21/08/2026
Elisenstraße 4-6
50667 Köln
Donnerstag, 21. Mai 2026, 18 – 21 Uhr
Thursday, May 21, 2026, 6 – 9 pm
Mittwoch - Freitag 11 – 18 Uhr, Samstag 11 – 16 Uhr
Wednesday - Friday 11am – 6pm, Saturday 11am – 4pm
Press Release
“Writing by hand is one of the oldest recording technologies, requiring time, physical presence and sustained attention. Set against the scale and speed of automated data extraction, it becomes a deliberate countermeasure to digital decay. By transcribing captions onto paper, the work attempts to hold onto fragments of an Internet that is otherwise slipping out of reach, preserving what would normally remain abstracted, compressed or lost. ”– Anna Ridler
Across the exhibition, recorded language reveals the cultural and social ideologies embedded within systems of documentation and classification. Revisiting her 2015 work “No Replacements Found”, which examined systems of censorship and absence on online platforms, these questions gain renewed urgency today: what disappears, who decides what remains visible, and how can loss itself become archived?
From islands gradually disappearing beneath rising sea levels to the countless representations of irises circulating online, Ridler’s works trace forms of erosion across both physical and digital worlds. Together, they form a meditation on the decaying internet and on the trace that remains.
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In ihrer zweiten Einzelausstellung in der Galerie Nagel Draxler versammelt Anna Ridler Arbeiten, die über instabile Wissenssysteme und die Fragilität digitaler Gedächtnisse reflektieren. Ihre Praxis kehrt immer wieder zu der Vergänglichkeit von Archiven, Sprache und Erinnerung in einer von Automatisierung und verschwindenden Online-Infrastrukturen geprägten Gegenwart zurück.
Indem Ridler frühere Untersuchungen zu Archiven und Datensätzen mit ihrer neuesten Werkgruppe zu Handschrift und Transkription verbindet, führt sie Langsamkeit, Sorgfalt und materielle Präsenz in Prozesse zurück, die gewöhnlich von Extraktion und Beschleunigung bestimmt werden.
„Handschrift gehört zu den ältesten Aufzeichnungstechnologien und erfordert Zeit, physische Präsenz und anhaltende Aufmerksamkeit. Im Kontrast zur Größenordnung und Geschwindigkeit automatisierter Datenextraktion wird sie zu einer bewussten Gegenmaßnahme gegen digitalen Verfall. Indem Bildunterschriften auf Papier übertragen werden, versucht die Arbeit Fragmente eines Internets festzuhalten, das sich sonst unserem Zugriff entzieht, und bewahrt, was normalerweise abstrahiert, komprimiert oder verloren würde.“ – Anna Ridler
In der gesamten Ausstellung offenbart aufgezeichnete Sprache die kulturellen und sozialen Ideologien, die in Dokumentations- und Klassifikationssysteme eingeschrieben sind. Mit einem neuen Blick auf Ridlers Arbeit No Replacements Found (2015), die Systeme von Zensur und Abwesenheit auf Online-Plattformen untersucht, gewinnen diese Fragen heute weiter an Dringlichkeit: Was verschwindet, wer entscheidet darüber, was sichtbar bleibt, und wie lässt sich selbst Verlust archivieren?
Von Inseln, die allmählich unter steigenden Meeresspiegeln verschwinden, bis zu den zahllosen Darstellungen von Irisblumen im Internet zeichnen Ridlers Arbeiten Formen der Erosion in physischen wie digitalen Welten nach. Gemeinsam bilden sie eine Meditation über das zerfallende Internet und die Spuren, die bleiben.





















