Hans-Jörg Mayer  Hans-Jörg Mayer

10/11/2008 – 11/15/2008

Eröffnung: Freitag, 10. Oktober 2008, 19-22 Uhr
Opening: Friday, 10. October 2008, 7-10 pm

Press Release

In einer Ausstellung im Jahr 1997 (Hammelehle und Ahrens) zeigte Hans-Jörg Mayer Bilder von Clowns. Clowns sind Wechselwesen zwischen Mensch und Figur, zwischen Tragik und Komik und sie sind oft unklaren Geschlechts. In der zentralen Arbeit seiner neuesten Serie lässt Mayer sie wieder auftauchen, als Bilder im Bild, als Ausstellungshintergrund für den Auftritt einer zarten Frauengestalt, die mit ge-schlossenen Augen in irgendetwas vertieft ist, das sie in ihren Händen hält. Daraus ergibt sich eine Blickdramaturgie die man vielleicht als vor- und zurück zwischen verschiedenen Zeit- und Vorstellungsebenen bezeichnen könnte: ein Suchbild, poetisch und dennoch direkt: das Bild des Bilds des Clowns von 1997 schaut dem
Betrachter direkt in die Augen.

Eine andere Arbeit zeigt den Hollywoodstar Bruce Willis als mythische Popikone, ebenfalls in einer Zwischenwelt. Umringt von Frauen in der fulminanten Atmosphäre eines südländischen Speisetempels hält er vor sich einen Fisch, der auch das Urchristentum bedeuten könnte. Eine Kopie von einem Williskopffoto ist in die Leinwand geklebt und übermalt. Dadurch entsteht in der ansonsten eher malerischen Aura ein gespenstischer Realismus. Auch dieser Kopf hat einen Blick, straight
on auf den Betrachter.

Karnevaleske Figuren mit Musikinstrumenten in Winterlandschaft wirken wie eine Prozession von einer Jahreszeit zur nächsten. Mayer, der seine Motive oftmals aus den Oberflächen der popular culture bezieht, aus Werbung und Modemagazinen, gibt in dieser Ausstellung einer Fantasie- und Traumwelt Raum, die auf die „ewigen“
Motive des westlichen (christlich geprägten) kulturellen Unbewussten rekurriert. So weit entfernt diese Wesen auch erscheinen, sie nehmen einen ins Visier, jetzt.