Galerie Nagel Draxler

Julia Haller "Julia Haller"

Eröffnung: Freitag, 25.Oktober 2019, 18-21 Uhr
Opening: Friday, 25 October, 6– 9pm

Galerie Nagel Draxler
Elisenstraße 4-6
50667 Köln

Öffnungszeiten / Hours:
Mittwoch – Freitag 11–18 Uhr / Wednesday – Friday 11am–6pm
Samstag 11–16 Uhr / Saturday 11am–4pm

JH_Einladung_Koeln_2019web
JULIA HALLER

Ausstellungsansicht
Galerie Nagel Draxler, Köln 2019

Foto: Simon VogelJULIA HALLER

Ausstellungsansicht
Galerie Nagel Draxler, Köln 2019

Foto: Simon VogelJULIA HALLER

Ausstellungsansicht
Galerie Nagel Draxler, Köln 2019

Foto: Simon VogelJULIA HALLER

Ausstellungsansicht
Galerie Nagel Draxler, Köln 2019

Foto: Simon VogelJULIA HALLER

Ausstellungsansicht
Galerie Nagel Draxler, Köln 2019

Foto: Simon VogelJULIA HALLER

Ausstellungsansicht
Galerie Nagel Draxler, Köln 2019

Foto: Simon VogelJULIA HALLER

Ausstellungsansicht
Galerie Nagel Draxler, Köln 2019

Foto: Simon VogelJULIA HALLER

Ausstellungsansicht
Galerie Nagel Draxler, Köln 2019

Foto: Simon VogelJULIA HALLER

Ausstellungsansicht
Galerie Nagel Draxler, Köln 2019

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
186,5 x 124,8 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
186,5 x 124,8 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
183,5 x 122 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
183,5 x 122 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
173,5 x 118,5 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
173,5 x 118,5 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
99,8 x 97,5 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
99,8 x 97,5 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
89 x 77,5 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
89 x 77,5 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
89 x 77,5 cm

Ausstellungsansicht
Galerie Nagel Draxler, Köln 2019

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
81,5 x 71,5 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
81,5 x 71,5 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
81,5 x 71,5 cm

Ausstellungsansicht
Galerie Nagel Draxler, Köln 2019

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
77,8 x 66,8 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
77,8 x 66,8 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
75,5 x 62 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
75,5 x 62 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
64 x 50 cm

Foto: Simon VogelJULIA HALLER
Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand, Aluminiumrahmen
64 x 50 cm

Foto: Simon Vogel

Pressetext

Rainer Metzger hat Ende der 1990er Jahre einmal geschrieben: „Das Feld des Semantischen wird immer weiter, die Referenzen überschlagen sich.“[1] Der geometrisch abstrakten Malerei hat diese Tatsache beinahe schon den Garaus gemacht, da es nur einen begrenzten Vorrat an geometrischen Formen gibt, genau wie es nur eine begrenzte Zahl möglicher Kombinationen gibt.

Für die willentliche und zielgerichtete Aneignung der 80er und 90er trifft Metzgers Feststellung nicht zu, für die Kunst des 21. Jahrhunderts war sie geradezu prophetisch. Die gestisch abstrakte Malerei wehrt sich mit einem Wettbewerb des härter, dreckiger, kompromissloser gegen die Last der Historizität, eine Ästhetik, die sich am besten mit Jean François Lyotards Konzept des Erhabenen als ständigen Widerstreit zwischen dem Anziehenden und dem Abstoßenden beschreiben lässt.

Auch die Malerin Julia Haller dreht in ihren aktuellen Arbeiten an einigen dieser Schrauben, wobei es gegen historisch gewordene Vorstellungen von Vollständigkeit, Einheitlichkeit und Kohärenz zu gehen scheint. Haller scheint zu wissen, dass die abstrakte Malerei einiges aushält, schützen muss man sie eigentlich nur vor denen, die sie retten wollen. Sie entgeht dem unbarmherzigen Zugriff der Geschichte nicht nur, weil sie diese mit Kompositionen, die immer ein bisschen neben der Spur sind[2], in Richtung Telefonkritzelei deutet, sondern auch weil ihre Linien an so viel gleichzeitig erinnern, dass sie letztendlich an gar nichts erinnern. Dabei beeinflusst die Gegenwart die Geschichte genauso, wie die Geschichte die Gegenwart beeinflusst.

Die Verbindungen von Hallers Arbeit zu älteren Generationen lassen sich allerdings kaum mehr mit dem Begriff des „Einflusses“ fassen. Einfluss ist ein hierarchisches teleologisches System, mit dem sich die meisten Bezüge, die heute zwischen künstlerischen Werkentwürfen bestehen, nicht mehr beschreiben lassen. Angebrachter wäre vielleicht der Begriff der Referenz, als etwas, das nicht willentlich und intendiert ist, wie zum Beispiel Appropriation, sondern als etwas, das sich während dem Machen unvermeidlich einstellt. Haller produziert so viele dieser Referenzen, an die Écriture automatique der Surrealisten, an den Abstrakten Expressionismus, an den Tachismus, an Art Brut und Outsider Art, an Polke, Twombly, Jeff Elrod oder Martin Barré, dass ihre Arbeiten, wie gesagt, im Endeffekt an nichts bestimmtes erinnern. Das postmoderne System des Verweises kollabiert wegen Überlastung.

Hallers Abstraktionen sind wie die frühen abstrakten Bilder der klassischen Moderne im besten Sinne unverstellt kindisch, reduktionistisch und voll zweifelhafter Ideen[3], ohne allerdings postmodern zu sein. Ihre Bilder sind spezifische Arbeiten im Zeitalter des Post-Medialen, in dem die Kunst, wie David Joselit das einmal beschrieben hat, etwas neben sich steht. [Das (historisch) Spezifische klebt allerdings an den Medien, die alle ganz unterschiedliche Spezifika ausbilden, und lässt sich auch mit den stärksten diskursiven Mitteln nicht wegbekommen.]

– Christoph Bruckner

 

[1] Metzger, Rainer: Sichtbarkeit und Evidenz. Komplize Komplexität: Zur künstlerischen Arbeit von Heimo Zobernig, in: Wiehager, Renate (Hrsg.): Heimo Zobernig. Galerie der Stadt Esslingen am Neckar Villa Merkel. Cantz. Ostfildern-Ruit 1998. S. 8

[2] Das Komponieren an den Konventionen der Komposition vorbei, wurde natürlich von einer älteren Generation vorbereitet, besonders Albert Oehlen und Christopher Wool haben sich darum Verdienste erworben.

[3] Allerdings kann man sie auch nicht als Bad Paintings ausschildern, dafür funktioniert die Dialektik von Anti-Malerei und Malerei zu gut.

 

 

Julia Haller (geb. 1978 in Frankfurt a.M.) lebt und arbeitet in Wien, wo sie 2011 an der Akademie der bildenden Künste Wien graduierte. Zu ihren vorhergehenden Einzelausstellungen und Doppelausstellungen zählen unter anderen: Heimo Zobernig & Julia Haller in der Galerija Vartai in Vilnius (2016) und in der Secession in Wien (2015). Haller nahm außerdem an Gruppenausstellungen in internationalen Institutionen wie dem Salzburger Kunstverein, dem Museum Angerlehner, Wels, dem Belvedere, Wien und dem Neuen Museum, Nürnberg, teil. 2018 eröffnete Julia Haller eine Einzelausstellung in der Galerie Midway Contemporary Art in Minneapolis, ihre erste institutionelle Ausstellung in den USA. Die Ausstellung in der Galerie Nagel Draxler in Köln wird ihre vierte Einzelausstellung mit unserer Galerie sein.

 

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Rainer Metzger wrote at the end of the 1990s: “The field of the semantic becomes ever wider, the references overturn.” [1] Geometrically abstract painting was almost wiped out this fact, since there is only a limited supply of geometric shapes just as there are only a limited number of possible combinations.

Metzger’s statement does not apply to the deliberate and targeted appropriation of the 80s and 90s; but for the art of the 21st century it was prophetic. The gestural abstract painting defends itself with a competition of the harder, dirtier, more uncompromising against the burden of historicity, an aesthetics that can best be described with Jean François Lyotard’s concept of the sublime as a constant conflict between the attractive and the repulsive.

The painter Julia Haller also revolves around some of these screws in her current work, although it seems to go against ideas of completeness, uniformity and coherence that have become historical. Haller seems to know that abstract painting can withstand a lot, it really only needs to be protected from those who want to save it. It not only escapes the relentless grasp of the story, because it points it towards compositions with drums that are always a bit off the mark [2], telephone scribblings, but also because their lines remind one of so much at the same time that they ultimately do not touch anything recall. The present influences history just as history influences the present.

However, the connections between Haller’s work and older generations can hardly be summed up in the term of “influence”. Influence is a hierarchical teleological system with which most of the references that exist today between artistic works can no longer be described. Perhaps the more appropriate would be the concept of reference, as something that is not willful and intended, such as appropriation, but as something that inevitably sets in while working. Haller produces so many of these references, the Écriture automatique of the Surrealists, Abstract Expressionism, Tachism, Art Brut and Outsider Art, Polke, Twombly, Jeff Elrod or Martin Barré that her work, as I said, in the end doesn’t resemble anything specific. The postmodern system of reference collapses due to congestion.

Haller’s abstractions, like the early abstract images of classical modernism, are in the best sense undistorted childish, reductionist and full of dubious ideas [3], without being postmodern. Her pictures are specific works in the post-media age, in which the art, as David Joselit once described it, stands a little bit besides itself. [The (historically) specific, however, sticks to the media, which all form very different specifics, and can not be removed even with the strongest discursive means.]

– Christoph Bruckner
[1] Metzger, Rainer: Visibility and Evidence. Komplize Complexity: On the artistic work of Heimo Zobernig, in: Wiehager, Renate (ed.): Heimo Zobernig. Gallery of the city of Esslingen am Neckar Villa Merkel. Cantz. Ostfildern-Ruit 1998. p. 8

[2] Composing past the conventions of composition, of course, was prepared by an older generation, especially Albert Oehlen and Christopher Wool have earned merits.

[3] However, they can not be described as Bad Paintings, because for this the dialectic of anti-painting and painting works too well.
Julia Haller (b. 1978 in Frankfurt a.M.) lives and works in Vienna, where she graduated from the Academy of Fine Arts in 2011. Past solo and two-person exhibitions include Heimo Zobernig & Julia Haller at Galerija Vartai in Vilnius (2016) and at Secession in Vienna (2015). Her work was included in group exhibitions in a number of international institutions including Salzburger Kunstverein; Museum Angerlehner, Wels; Belvedere, Vienna; and Neues Museum, Nürnberg. In 2018 Julia Haller has presented a solo exhibition at Midway Contemporary Art in Minneapolis, her first institutional solo exhibition in the US. The exhibition at Galerie Nagel Draxler in Cologne will be her 4th solo exhibition with our gallery.