Galerie Nagel Draxler

Sterling Ruby "Supermax 2006"

Eröffnung: Samstag, 4. März, 19-22 Uhr
Opening: Saturday, March 4h, 2006, 7-10 pm

Sterling Ruby
"Supermax 2006", 2006
Installationsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel
Sterling Ruby
"Supermax 2006", 2006
Installationsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelSterling Ruby
"Supermax 2006", 2006
Installationsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelSterling Ruby
"Supermax 2006", 2006
Installationsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelSterling Ruby
"Supermax 2006", 2006
Installationsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelSterling Ruby
"Supermax 2006", 2006
Installationsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel

Pressetext

SUPERMAX 2006 ist die erste Einzelausstellung des in Los Angeles lebenden Künstlers Sterling Ruby (geb. 1972) in der Galerie Christian Nagel, Köln. Supermax ist der Name für amerikanische Hochsicherheitsgefängnisse. Die Zellen dort sind auf das zum Leben Notwendigste reduziert, die inhaftierten Kriminellen auf ihre Körper. Zeit manifestiert sich auf quälende Art in diesen Körpern, die jeder Möglichkeit des transzendierenden Ausdrucks beraubt sind.

SUPERMAX 2006 setzt sich mit einem Raum ohne Reflexions- und Ausdrucksmöglichkeit auseinander, einer Existenzform, die unweigerlich in eine Form von Innerlichkeit führt. „SUPERMAX is a reconnaissance mission into Lockdown, into the extremes of corporal conditioning, isolation, transgression, and release. Combat and absence bunk together, strange bedfellows in this markedly unusual arena. […]. Ruby rewires these settings to produce a field of mysterious objects both primal and refined.” Eric Frydenborg, 2005

Im vorderen Ausstellungsraum doppelt eine Glaswand die Fensterfront der Galerie. In die Scheibe sind Zeichen und Tags eingeritzt, wie sie in Los Angeles an Glasscheiben, Bäumen und Mauern zu finden sind, als Folge eines massenhaften Vandalismus. Die Glasscheibe

begegnet der unausweichlichen Referenz an die modellhafte Reflexion von Grenzziehung und Blickregimen konzeptueller Vorgänger wie Dan Graham, mit einer banalen Kontextbeschreibung des urbanen Arbeitsumfelds Rubys. Die Kratzspuren lenken den Blick weg von dem Objekt auf einen ins tausendfache gesteigerten Aneignungsprozess, den absurden Versuch sich in die Ewigkeit einzuschreiben und das Raum-Zeitgefüge zu überlisten.

Ein riesenhafter Sockel beschichtet mit hellbraunem Resopal dominiert den hinteren Galerieraum. Resopal, ein Material das zwar abwaschbar ist, auf dem man aber jeden Fleck sieht, vermittelt dem klobigen Objekt eine in den Alltag verschobene Unberührbarkeit, die aus der Minimalkunst bekannt ist. Genau wie die Glasscheibe ist aber auch dieser Klotz schon von Zeichen und Spuren des mehr oder weniger gewaltsamen Gebrauchs überzogen. Seiner materiellen Dominanz können diese Spuren allerdings nichts anhaben.

Rubys Arbeiten ist eine aufdringliche Kulturlosigkeit zu eigen. Eine amorphe Hoffnungslosigkeit kennzeichnet auch einige seiner Zeichnungen, in denen Spuren schwarzer Sprühfarbe mit reglementierenden geometrischen Spinnennetzen, Zeichen repressiver Systeme überzogen werden. Darüber hinaus zeigt Sterling Ruby Collagen und Zeichnungen mit Motiven aus Zeichnungen von Inhaftierten.

Anja Dorn