Galerie Nagel Draxler

Stefan Müller "Salon der Daheimgebliebenen"

Eröffnung: 26. November 2010, 19-22 Uhr
Ausstellung: 27. November – 23. Dezember 2010

Stefan Müller
"Salon der Daheimgebliebenen", 2010
Installationsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin
Stefan Müller
"Adidas", 2010
Öl auf Leinwand
200 x 170 cmStefan Müller
"Eyjafjallajökull I", 2010
Öl auf Leinwand
120 x 125 cmStefan Müller
"Gleich klatscht´s aber kein Beifall (Jeff Goldblum)", 2010
Öl auf Leinwand
180 x 155 cmStefan Müller
"if you really need a hug", 2010
Öl auf Leinwand
170 x 140 cmStefan Müller
"Manche", 2010
Öl auf Leinwand
170 x 135 cmStefan Müller
"Stretch your arms", 2010
Öl auf Leinwand
170 x 140 cmStefan Müller
ohne Titel, 2010
Öl auf Leinwand
150 x 130 cmStefan Müller
"Umbarella (undermy)", 2010
Öl auf Leinwand
210 x 160 cmStefan Müller
ohne Titel, 2010
Öl auf Leinwand
150 x 130 cm

Pressetext

STOFF

Stefan Müllers Arbeiten bestehen aus Stoffen.

Aus textilen Stoffen, die auf scheinbar beiläufige Weise mit Farben, aber vor allem auch mit anderen, der klassischen Bildleinwand „fremderen“ stofflichen Substanzen wie Bier, Asche, Blut, oder Dreck durchdrungen oder befleckt werden.

Wir blicken auf Kompositionen, die ausstrahlen, dass ihr Macher es darauf anlegt, sich tief ins Stoffliche zu versenken, Begegnungen mit ihm auszutragen, davon aber an den Bildoberflächen lediglich Spuren zu hinterlassen. Sie sind furios und leise zugleich.

Wo diese Prozesse beendet sind, wann ein Bild also fertig ist, bildet sich nicht unbedingt in dem ab, was es zeigt, sondern vielmehr in dem, was es ist: ein Stück durch dramatische, äußere Einwirkungen veränderten Stoffs.

Die Doppeldeutigkeit des Wortes „Stoff“, als einerseits Textilie bzw. Bildleinwand und andererseits „Materie“ im Sinne von Substanz, beschreibt die künstlerische Auseinandersetzung Müllers mit dem Medium der Malerei. Es handelt sich um Malerei sowohl vor als auch nach der Malerei.

Sujets kommen dagegen in den Titeln zu Wort. Sie sind erzählerisch wie etwa „Gleich klatscht ́s aber kein Beifall (Jeff Goldblum)“, „Adidas“ oder wie auch der Titel dieser Ausstellung: „Salon der Daheimgebliebenen“. Sie laufen auf einer völlig anderen Spur ab. Auf der Sprachspur, die unvermittelt neben der Stoffspur steht.

Gelegentlich „taucht“ geradezu etwas Sujet auf in Form von gegenständlichen Zeichnereien, die ins „Stoffliche“ gemischt werden. Das sind Stellen, nach denen man greifen könnte.

Stefan Müller, Jahrgang 1971, lebt und arbeitet in Berlin.

 

The works of Stefan Müller exist of fabrics.

Of textile fabrics, parenthetically saturated with color, but also with other substances – like beer, ash, blood or dirt. Substances that are unusual in connection with the classic canvas.

We see compositions, that emanate Stefan Müller’s claim, to deal with the substantial. But onthe surface the artist only leaves his traces from this encounter. These are furious and quiet at the same time.

The end of these processes, the finishing of a picture, isn’t represented in what the picture shows, but rather in what it is: a piece of fabric, modified through dramatic, external impacts.

The ambiguity of the word ‚fabric’, as textile, respectively canvas on the one hand and materials in terms of substance on the other hand, describes Stefan Müller’s artistic examination with the medium painting. It’s a question of painting before as well as after painting.

Subjects however are part of the titles. They are narrative like „Gleich klatsch’s aber kein Beifall (Jeff Goldblum)“, „Adidas“ or like the title of the exhibition: „Salon der Daheimgebliebenen“. They track a total different trace, the level of language, which is directly next to level of substance.

Here and there you can find a breeze of subject in form of objective drawings that are enweaved in the material. They are figures one could catch at.

Stefan Müller, born 1971, lives and works in Berlin.