Galerie Nagel Draxler

Gunter Reski "Organwanderung jetzt"

Eröffnung: Freitag, 07. September 2018, 18-21 Uhr
Opening: Friday, 07 September, 2018, 6–9 pm

Galerie Nagel Draxler
Elisenstraße 4-6
50667 Köln

Öffnungszeiten / Hours:
Mittwoch – Freitag 11–18 Uhr / Wednesday – Friday 11am–6pm
Samstag 11–16 Uhr / Saturday 11am–4pm

reski
Gunter Reski

Ausstellungsansicht, 2018
"Organwanderung jetzt"
Galerie Nagel Draxler, Köln

Foto: Simon VogelGunter Reski

Ausstellungsansicht, 2018
"Organwanderung jetzt"
Galerie Nagel Draxler, Köln

Foto: Simon VogelGunter Reski

Ausstellungsansicht, 2018
"Organwanderung jetzt"
Galerie Nagel Draxler, Köln

Foto: Simon VogelGunter Reski

Ausstellungsansicht, 2018
"Organwanderung jetzt"
Galerie Nagel Draxler, Köln

Foto: Simon VogelGunter Reski

Ausstellungsansicht, 2018
"Organwanderung jetzt"
Galerie Nagel Draxler, Köln

Foto: Simon VogelGunter Reski

Ausstellungsansicht, 2018
"Organwanderung jetzt"
Galerie Nagel Draxler, Köln

Foto: Simon VogelGunter Reski
Ohne Titel, 2018
Sprühfarbe auf Baumwolle
83 x 150 cmGunter Reski
Ohne Titel, 2018
Acryl auf Nessel
120 x 90 cmGunter Reski
Ohne Titel, 2018
Sprühfarbe auf Papier
110 x 100 cmGunter Reski
Ohne Titel, 2018
Sprühfarbe auf Vivac
80 x 80 cmGunter Reski
"Nudeln mit Teller", 2013
Öl auf Papier
100 x 70 cmGunter Reski
"Teppichflusen", 2013
Zeichenkreide auf Papier
100 x 70 cmGunter Reski
"Staubfussel", 2018
Öl auf Nessel
85 x 75 cmGunter Reski
"Reise nach innen", 2018
Acryl auf Nessel
95 x 70 cmGunter Reski
"Pullover mit Leberflecken", 2018
Öl auf Nessel
203 x 175 cmGunter Reski
Ohne Titel, 2018
Öl auf Nessel
160 x 140 cmGunter Reski
Ohne Titel, 2018
Sprühfarbe auf Baumwolle
135 x 195 cmGunter Reski
Ohne Titel, 2018
Acryl auf Nessel
120 x 100 cmGunter reski
"Abflussfussel", 2018
Acryl auf Nessel
100 x 90 cmGunter Reski
"Kühlschrank mit Heizung", 2018
Acryl auf Leinwand
170 x 135 cmGunter Reski
"Friedhof", 2018
Acryl auf Nessel
110 x 130 cmGunter Reski
"Hunde ohne Garten", 2018
Öl auf Nessel
110 x 130 cmGunter Reski 
"Mann mit Blumenstrauß", 2018
Acryl auf Nessel
75 x 90 cm

Pressetext

Ein Fragment ist ein Puzzleteil, das sein Puzzle nicht mehr braucht. Der Verlust seines ursprünglichen Zusammenhangs ist nach wie vor spürbar und bildet die Grundlage seiner Spannungsmomente.
In der Ausstellung Organwanderung jetzt geht es auch um erweiterte literarische Möglichkeiten. Texte und Bilder tauchen changierend im visualisierenden, illustrativen und imaginativen Sinne auf. Die Wandzeitung als frühe Form des Displays verpflichtet seine möglichen Leser wie Betrachter an einen konkreten Ort. Ansonsten kommen Medien auf verschiedenen Wegen direkt ins Haus, oder zeichnen sich verstärkt durch bedingungslose mobile Verfügbarkeit aus. Die Wandinstallation Organwanderung jetzt vermischt Originale, Ausdrucke und Dokumente zu einer vielteiligen Bedeutungsgemengelage, die auch mit widersprüchlichen abtrünnigen Sprech- und Bildmomenten operiert. Ausgangspunkt ist ein alleinstehender Jemand, der beschließt, sein absehbares Lebensgeschehen täglich mit einer selbst herausgegebenen Zeitung zu begleiten. Die Leserschaft besteht aus einer einzigen Person, die identisch mit dem Verfasser ist. Hieraus ergeben sich verschiedene Anschlüsse und Implikationen wie dokumentierte, verdichtete Einöde oder auch Beschönigungen absurd verselbstständigter Alltagsroutinen von einem Jemand, der wahlweise Herr Ebenso oder Herr Soeben heißt. Ausgeschlossen, dass er diese Namen jemals hören wird. Diese Art Einzelschicksal ist nicht beispiellos. Es könnte sich um den Künstler dieser Ausstellung handeln oder aber auch um den zehnten Passanten, der Ihnen übermorgen entgegenkommt.
Gunter Reski ist bisher als Maler mit bildlich symbolischen Zuspitzungen und Bedeutungstwists zwischen De- und Reskilling bekannt geworden, der auch als Künstler über Kunst schreibt und Publikationen wie den Malereireader „The Happy Fainting of Painting“ mitherausgegeben hat. In seinen Bildern taucht vergleichsweise oft Text als wesentlicher Bildbestandteil auf. Die bisherige duale Bild- und Textmixtur wird in seinen Arbeiten neuerdings zu einem Teil eines zeitungsartigen Ausstellungskonglomerats. Das übergreifende mediale Format einer vermeintlichen Zeitungstruktur ermöglicht ein vielfältiges Spiel zwischen anscheinenden und tatsächlichen Behauptungen innerhalb einer jeweiligen thematischen Bedeutungssituation. Hier steht eine männliche Vereinzelung im Zentrum. Aber noch nicht einmal ein oder das Geschlecht scheint eine Rolle zu spielen. Die Stimmung wird getragen von einer stoischen alternativlosen Existenzbewältigung, die sich ein Außen gar nicht mehr denken oder wünschen kann. Wie jede andere mutwillig thematische Verengung produziert auch diese ihre spezielle Überdrucksituation, die sich wiederum ventiliert aus der verschobenen Ausgangs- und Bedeutungslage Luft verschaffen muss.
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A fragment is a piece of a puzzle that does not need its puzzle anymore. The loss of its original context is still felt and forms the basis of his moments of tension.
The exhibition Organ Migration Now also deals with expanded literary possibilities. Texts and images appear in an iridescent way in the visualizing, illustrative and imaginative sense. The wall newspaper as an early form of display commits its potential readers as well as observers to a concrete place. Otherwise, media come in different ways directly into the house, or are increasingly characterized by unconditional mobile availability. The wall installation Organ Migration Now mixes originals, printouts and documents into a multi-parted context of meaning, which also operates with contradictory moments of renegade speech and images. The starting point is a single person who decides to accompany his foreseeable life events daily with a self-published newspaper. The readership consists of a single person who is identical to the author. This results in various connections and implications such as documented, condensed wasteland or even exacerbations of absurdly independent everyday routines of a somebody who is either “Herr Ebenso“ or “Herr Soeben”. Excluded that he will ever hear these names. This kind of individual destiny is not unprecedented. It could be the artist of this exhibition or the tenth passerby, who will cross your way the day after tomorrow.
So far Gunter Reski has become known as a painter with figuratively symbolic exaggerations and meaning tensions between De- and Reskilling, who also writes about art as an artist and co-edited publications such as the painting reader “The Happy Fainting of Painting”. In his pictures text appears comparatively often as an essential pictorial component. The previous dual image and text mixture has recently become part of a newspaper-like exhibition conglomerate. The overarching media format of a supposed newspaper structure allows a multifaceted play between seeming and actual and claims within a respective thematic meaning situation. The center is a male isolation. But not even gender seems to matter. The mood is supported by a stoic, no-alternative, life-coping that can no longer imagine or desire an outside. Like any other willfully thematic constriction, this produces its own special overpressure situation, too, which, in turn, has to ventilate out of the shifted starting position and meaning.