Galerie Nagel Draxler

Lutz Braun "L’air solaire"

Eröffnung: 17. Januar 2008
Ausstellung: 18. Januar – 08. März 2008

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Lutz Braun
"L'air solaire", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlinw_1057Lutz Braun
"L'air solaire", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, BerlinLutz Braun
"L'air solaire", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, BerlinLutz Braun
"L'air solaire", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, BerlinLutz Braun
"L'air solaire", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlinw_1070w_1063Lutz Braun
"L'air solaire", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlinw_1055Lutz Braun
"L'air solaire", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, BerlinLutz Braun
"L'air solaire", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, BerlinLutz Braun
"Verantwortung IV"
Acryl, Öl, Lack auf Teppich
67 x 46 cm

Photo: Simon VogelLutz Braun
"Himmelsrichtungen II"
Acryl auf Filz
173 x 143 cm

Photo: Simon VogelLutz Braun
"In der Villa Werner"
Acryl auf Teppich
112 x 172 cm

Photo: Simon VogelLutz Braun
"Hey…!"
Acryl auf Teppich
188 x 112 cm

Photo: Simon VogelLutz Braun
"Licht ohne Zeit"
Acryl, Lack, Öl auf Transportdecke
214 x 134 cm

Photo: Simon VogelLutz Braun
"Bruchi"
Acryl und Alkyd auf Leinwand
103 x 129 cm

Photo: Simon VogelLutz Braun
"L'air solaire"
Acryl auf Nessel
289 x 191 cm

Photo: Simon VogelLutz Braun
"Mayhem"
Acryl, Öl auf Leinwand
99 x 80 cm

Photo: Simon VogelLutz BRaun
"Materie"
Acryl, Öl, Lack und Buntstift auf Holz
44,5 x 44,5 cm

Photo: SImon VogelLutz Braun
"Pikkönig"
Öl auf schwarz grundierter Leinwand
100 x 80 cm

Photo: Simon VogelLutz Braun
"Nein"
Acryl auf Holz
91 x 64 cm

Photo: Simon VogelLutz Braun
"möchte dumm"
Acryl, Öl und Lack auf Holz
45 x 40,5 cm

Photo: Simon Vogel

Pressetext

Die Simulation der Realität und ihre Überbietung im Imaginären, so heißt seit Jahrhunderten das Leitprogramm menschlichen Bildschaffens von den künstlerischen Avantgarden bis zu den heutigen Träumen von der perfekten Virtualität. Üblicherweise beziehen sich dabei die einander ablösenden Haltungen aufeinander, indem sie sich jeweils verneinen und für obsolet erklären.

Die Bilder von Lutz Braun allerdings verwirren durch eine nicht dingfest zu machende Idee des Malerischen. Die neuesten Leinwände (sowie Teppich-, Papp- und Holzbilder) sind geprägt von narrativen Elementen und agieren persönlich. Elegisch, ein bisschen negativ im Ton und ausschweifend im Bezug stellen sie eine Art regelloses privates Bildsystem dar, das keine Präferenzen für bestimmte Techniken oder Inhalte erkennen lässt, den Betrachter aber beinahe physisch involviert.

Nach wie vor evozieren düstere Farben, schrundige Oberflächen und povere Materialien eine Atmosphäre mythischer Gewalt und apokalyptischer Gefahren während menschliche Gesichter zuweilen in schockierende Objekte verwandelt werden. Verstärkt finden sich aber inzwischen auch szenische Darstellungen und rätselhafte Inszenierungen auf den Bildern. Der erzählerische Raum hat sich stellenweise sogar derartig verdichtet und wurde mit Figuren und Dingen angefüllt, dass sich frei von literarischer Linearität mehrere Erzählstränge nebeneinander und übereinander organisieren können. Die Ausstellung ähnelt so einem organischen Informationsraum mit einem aus links und nodes zusammengesetzten Hypertext, wie er entsteht, wenn ein Internetnutzer von Seite zu Seite springt und so Datenmengen zu einem Thema sammelt. Natürlich sind die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Arbeiten von Lutz Braun spekulativer Natur und lassen sich daher am ehesten mit der Struktur von Träumen vergleichen, in denen Chronologien und Identitäten aufgehoben sind, so dass alles mit allem verknüpfbar scheint. Nach malerischen Kriterien wäre dann das „Maisfeld“ ein Pendant zum „Fischer“, das Mädchenbildnis ohne Titel und das ganzfigurige Teppichbild gehörten zu einer Gruppe von Porträts – von denen man aufgrund der expressiven oder außergewöhnlich detaillierten Ausführung vermuten könnte, das einige eventuell einen biografischen Bezug zum Künstler haben. Ein Bild des Bösen, direkt einer symbolistischen Erzählung entsprungen, erscheint dem Betrachter der „Pik-König“. Er demonstriert exemplarisch das Hadern des Künstlers zwischen Schönheit und Aggressivität. Wahrscheinlich würde es sich lohnen, darüber nachzudenken, ob die Haltung von Lutz Braun nicht vielleicht nur die Fortsetzung einer ursprünglich romantischen Position ist, die durch die Kritik des Naiven gegangen ist.

“L’air solaire” ist die zweite Einzelausstellung von Lutz Braun in der Galerie Christian Nagel. Der 1976 in Schleswig geborene Künstler lebt und arbeitet in Berlin.

SP