Galerie Nagel Draxler

Andrea Fraser "Kunst muss hängen"

Eröffnung: Freitag, 29. Juni 2001, Rede: 20.00 Uhr
Opening: Friday, June 29th, 2001, speech: 8 pm

Andrea Fraser
"Kunst muss hängen", 2001
Performance
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel
Andrea Fraser
"Kunst muss hängen", 2001
Performance
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelAndrea Fraser
"Kunst muss hängen", 2001
Performance
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelAndrea Fraser
"Kunst muss hängen", 2001
Performance
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelAndrea Fraser
"Kunst muss hängen", 2001
Performance
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelAndrea Fraser
"Kunst muss hängen", 2001
Performance
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelAndrea Fraser
"Kunst muss hängen", 2001
Performance
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelAndrea Fraser
"Kunst muss hängen", 2001
Performance
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelAndrea Fraser
"Kunst muss hängen", 2001
Performance
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelAndrea Fraser
"Kunst muss hängen", 2001
Performance
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelAndrea Fraser
"Kunst muss hängen", 2001
Performance
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelAndrea Fraser
"Kunst muss hängen", 2001
Performance
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel

Pressetext

„Kunst muß hängen“ ist Andrea Frasers erste Ausstellung in der Galerie Nagel seit 1990. Mit ihrer Ausstellung und Performance, die man als Hommage an Martin Kippenberger verstehen kann, verlagert sie die Konzentration Ihrer Arbeit von der Untersuchung institutioneller Bedingungen künstlerischer Produktion auf eine Betrachtung der Rolle des Künstlers.

Fraser wird hierzu in einer Performance eine Tischrede Martin Kippenbergers wiedergeben. Eine Videoaufzeichnung ihrer Performance wird während der Ausstellung zu sehen sein. Die Rede, die Kippenberger bei der Eröffnung der ersten Ausstellung Michel Würthles, dem Besitzer der Paris Bar in Berlin, ein alter Freund Kippenbergers, im Club an der Grenze in Österreich, hielt, wird von Fraser in Deutsch vorgetragen. Den Text hat sie einer Videoaufzeichnung von der Eröffnung Würthles entlehnt, Kippenbergers Gesten nachgestellt. Jörg Schlick wird in Frasers Performance wie bei der Originalrede als Zwischenrufer beteiligt sein.

In Kippenbergers Rede wird die Ambivalenz der Rolle deutlich, die er als Künstler für sich einnahm. So wird jede Behauptung über den ausstellenden Künstler durch einen Witz in Frage gestellt, jede Selbstdarstellung lächerlich gemacht, jede ernsthafte Aussage in Komik aufgelöst. Kippenberger spiegelt in seinen Worten das Geflecht der Beziehungen zwischen Sprecher, dem ausstellenden Künstler und den anderen Anwesenden. Vordergründig wirkt es fast, als würde die Unterhaltung der Anwesenden eine größere Rolle spielen als die ausgestellten Arbeiten selbst.

In Frasers Wiedergabe der Rede wird diese Ambivalenz gedoppelt. Einerseits nutzt sie die Sprache als Möglichkeit, einen bestimmten Diskurs zu transportieren. Andererseits gibt sie Kippenbergers Umgangssprache in Deutsch – für sie eine Fremdsprache – wieder. Im Spiel mit der Möglichkeit unterschiedlicher Rollen nimmt sie als amerikanische Künstlerin die Position Kippenbergers in seiner männlichen Selbstdarstellung an. Wie Kippenberger spricht sie dabei über die Kunst eines anderen Künstlers, um gleichzeitig ihre eigene Position und Kippenbergers Beziehung zu einer bestimmten Kunstgemeinschaft deutlich zu machen. Darüber hinaus stellt Fraser auch eigene Gemälde aus. Mit den Bildern, die ersten, die sie seit 1984 gemacht hat und die einen deutlichen Bezug zum Minimal aber auch zu Arbeiten Kippenbergers haben, gibt sie die sichere Position der allein reflektierenden Künstlerin auf.

Der Titel der Ausstellung „Kunst muß hängen“ bezieht sich auf Andrea Frasers persönliches Verhältnis zu Martin Kippenberger. In ihrer ersten Ausstellung bei Christian Nagel, bei der sich die junge Künstlerin in Form einer verfrühten Retrospektive mit dem Verhältnis des Künstlers zum Kunstmarkt und den ausschlaggebenden Bewertungsmechanismen von Kunst beschäftigte, stellte sie eine Arbeit aus, die aus sechs Aluminium Smileys bestand, von denen drei die Mundwinkel herabziehen. Kippenberger kaufte diese Arbeit. Er installierte die Arbeit in der Paris Bar installierte, wo die Smileys – schwer zu befestigen – immer wieder von der Wand fielen. Diesbezüglich sagte er eines Tages zu Andrea Fraser „Kunst muß hängen“.