Galerie Nagel Draxler

Gruppenausstellung "Haupt- und Nebenwege"

Eröffnung: Freitag, 27. Juni 2003, 19-22 Uhr
Opening: Friday, June 27th, 2003, 7-10 pm

haupt-und-nebenwege
"Haupt- und Nebenwege", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel"Haupt- und Nebenwege", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel"Haupt- und Nebenwege", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel"Haupt- und Nebenwege", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel"Haupt- und Nebenwege", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel"Haupt- und Nebenwege", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel"Haupt- und Nebenwege", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel"Haupt- und Nebenwege", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel"Haupt- und Nebenwege", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel

Pressetext

mit Merlin Carpenter, Judith Hopf, Gabriel Lester, Mark Lombardi, Walid Raad/The Atlas Group, Martha Rosler, Heimo Zobernig

„Haupt- und Nebenwege“ stellt künstlerische Positionen vor, die sich auf eher minimalistische Art und Weise mit der durch Medialisierung und Kanalisierung des Verkehrs zunehmend abstrakten Organisation von öffentlichem Raum auseinandersetzen. Die Frage wird aufgeworfen, inwiefern die Möglichkeit eines individuellen Eingriffs in diese Organisationssysteme noch vorhanden ist, wenn man sie ästhetisch reflektiert. An welchem Punkt beginnt das System zu hinken? Wo holt sich die Abstraktion selbst ein?

Gabriel Lesters Installation „Sketches of Space“ (2000) greift den Moment diffuser Wahrnehmung von Werbung im Straßenverkehr auf. Vier Wechselschaukästen zeigen geometrische Liniengefüge, die sich immer wieder gegeneinander verschieben. Im Auge entstehen an De Stijl erinnernde perspektivische Raumgefüge, die sich allerdings nie ganz schließen und den Betrachter desorientieren.

Martha Roslers 1990 begonnene „Flughafen Serie: Beobachtungen einer Vielfliegerin“, setzt sich aus einer Reihe von Photographien zusammen, die nahezu menschenleere Flughafengebäude zeigen, welche von einzelnen Sätzen und Wörtern umgeben sind und ein widersprüchliches Assoziationsfeld ergeben. Sie offenbart die Koppelung von Fortbewegung, Geschwindigkeit, Kapital und Informationsmacht, können uns den Traum vom Fliegen aber nicht nehmen.

Über Jahre hat der New Yorker Künstler Mark Lombardi die irregulären finanziellen Verbindungen zwischen Konzernen, Politikern und Privatpersonen recherchiert und in komplexen, ornamentalen Graphiken festgehalten.

Ein Kirschzweig von Judith Hopf durchbricht die Galeriewand – als wäre das gar nicht ungewöhnlich. Für Hopf steht er für Bäume auf verwaisten Baustellen, denen die Logik und der Plan für diesen Ort im Stadtsystem egal ist.

Merlin Carpenters Zyklus “A Colloquium of Traktors”, 2000, besteht aus neun dicht gefüllten Tuschezeichnungen, die Automobile, Mädchen und Comicwesen zeigen. Die übliche Produktionsweise von Comics aufgreifend, sind die Graphiken in einem halb so großen Fanzine wiederzufinden.

Die drei frei im Raum hängenden Styroporköpfe von Heimo Zobernig, die mit einem Raster aus blauen Klebestreifen überzogen sind, stehen zwischen Räumlichkeit und Abstraktion und hinterfragen die optische Wahrnehmung. Die Skulptur schließt an Zobernigs Auseinandersetzung mit der Videotechnik, insbesondere mit dem Blueboxverfahren an, welche die Auflösung des Gegenstandes in eine als abstrakt zu verstehende Bildfläche deutlich macht.

Walid Raad zeigt „The Operator #17 File“ aus dem Archiv der Atlas Group. Es besteht aus den Aufnahmen eines Mannes, der für die libanesische Staatssicherheit eine Kamera am Strand bedient haben soll, abends aber richtete er die Kamera auf die untergehende Sonne. Die Arbeit mit dem Titel „I Think It Would Be Better If I Could Weep“ reiht diese Sonnenuntergänge minimalistisch hintereinander.

Die Ausstellung wird kuratiert von Anja Dorn.

Vielen Dank an April, Angela Melitopoulos, Adboard (Heino), Gabriele Rivet, André Sfeir-Semmler, Joe Amrhein, Ada Ruby, Fons Welters, Xander Karskens.