Galerie Nagel Draxler

Tom Burr "Die Ställe"

Eröffnung: Freitag, 25. April 2000, 19-22 Uhr
Opening: Friday, April 25th, 2009, 7-10 pm

tom-burr
Tom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon VogelTom Burr
"Die Ställe", 2003
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Köln

Photo: Simon Vogel

Pressetext

In seiner ersten Ausstellung in der Galerie Christian Nagel, Köln, “Die Ställe”, präsentiert Tom Burr im hinteren Teil der Galerie drei schwarze Pferdeboxen. Die drei Boxen stehen separat in einer Reihe nebeneinander. Sie bestehen aus einem Stahlgerüst, die Seiten- und Rückwände sind aus Holzlatten, zwischen denen ein Spalt jeweils eine schmale Durchsicht erlaubt, das obere Quadrat der Tür ist stahlvergittert. Außerdem sind acht schlichte Eisenringe zum Anbinden von Pferden an den Wänden platziert. An einigen dieser Ringe hängt Zaumzeug, das sich kalligraphisch im Raum verbreitet.

Tom Burr ist für seine Appropriationen der Minimal Art bekannt. Seine ortspezifischen Installationen greifen Arbeiten von Künstlern wie Richard Serra, Tony Smith oder Robert Morris auf und öffnen den Minimalismus der Eloquenz. “Die Ställe” erinnern einerseits an die schwarzen Kuben von Tony Smith, andererseits aber auch an die zwölf Pferde, die Jannis Kounellis 1969 in der Galerie L’Attico in Rom ausstellte. Bei allen Unterschieden dieser Werke machen die Künstler für beide geltend: “What you see is what you get”.

Gegenüber dem Materialismus seiner Vorgänger, impliziert Burr jenseits der formalen Aspekte seiner Arbeit allerdings weitere Lesarten. So nennt er den Film “They Shoot Horses, Don’t They?” von 1969 als Inspiration für “Die Ställe”. Am Anfang des Films von Sydney Pollack sieht ein kleiner Junge zu, wie ein Pferd im Stall erschossen wird, weil eines seiner Beine gebrochen ist. Der Film handelt dann allerdings von einem zweimonatigen Tanzmarathon im Süden der USA zu Zeiten der Depression. Als die Helden des Films, Jane Fonda und Michael Sarazin, bemerken, dass sie den hohen Geldpreis auch dann nicht erhalten werden, wenn sie gewinnen sollten, erschießt der Held seine Tanzpartnerin. Dieses Bild wirkt auch vor dem institutionskritischen Aspekt von Burrs Arbeit nach. Bezeichnet doch im Englischen noch viel mehr als im Deutschen The Stable/ der Stall die Galerie eines Künstlers.

Ein Tierkäfig stellt einen kontrollierten Raum dar. Dennoch ist der Einblick in die Pferdeboxen nicht von allen Seiten möglich. So ergibt sich ein semiprivater Raum, der von der Rückseite her nur einsehbar ist, wenn man nah an die schwarze Box herantritt, um durch die Ritzen zwischen den Latten zu spiecken. Damit sind “Die Ställe” zwar ein Ort des Ausschlusses und vermitteln aufgrund ihrer ungewöhnlichen Enge einen klaustrophobischen Eindruck, dennoch verbindet sich mit einem Käfig gleichzeitig auch das Bild einer Bühne. Auch hat ein Käfig als Ort verbotenen Begehrens sexuelle Konnotationen, die den Minimalismus psychologisch unterwandern.

So ergeben sich in Burrs Installation einerseits Bezüge zu Pop- und Queerculture, andererseits hinterfragt die architektonische Installation Konzepte von symbolischem und sozialem Raum. In der Art und Weise wie Burr den Minimalismus in nie ganz eindeutiger Weise aufgreift, repolitisiert er ihn und stellt gleichzeitig seine Ironisierung beziehungsweise seinen politischen Ausschluss aus der Kunstwelt der letzten fünfzehn Jahre in Frage.