Galerie Nagel Draxler

Guillaume Bijl "Compositions"

Eröffnung: Freitag, 22. Juni 2012, 19-22 Uhr
Ausstellung: 23. Juni – 8. September 2012

Guillaume Bijl
“Compositions”, 2012
Installationsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin

Photo: Sylvie Weisshäupl
Guillaume Bijl
“Compositions”, 2012
Installationsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin

Photo: Sylvie WeisshäuplGuillaume Bijl
“Compositions”, 2012
Installationsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin

Photo: Sylvie WeisshäuplGuillaume Bijl
“Compositions”, 2012
Installationsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin

Photo: Sylvie WeisshäuplGuillaume Bijl
“Compositions”, 2012
Installationsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin

Photo: Sylvie Weisshäupl_MG_6349entwickelt_bearb_MG_6357entwickelt_bearb_MG_6361entwickelt_bearb_MG_6381entwickelt_bearbGuillaume Bijl
“Composition Trouvée”, 2009
Mixed Media

Photo: Sylvie WeisshäuplGuillaume Bijl
“Composition Trouvée”, 2009
Mixed Media
Detailansicht

Photo: Sylvie Weisshäupl

Pressetext

Guillaume Bijl’s “Compositions Trouvées” reflektieren auf die Praxis des Ausstellens von Kunst, sowie auf den kulturgeschichtlichen Wandel alltäglicher Objektbe-ziehungen. Sammlungen, Flohmärkte, Dekorations- und Erinnerungsstücke spiegeln die bürgerliche Sehnsucht nach einem Zuhause in Raum und Zeit, das möglichst in der eigenen Lebensgeschichte verwurzelt sein soll. Mit der Froschsammlung – das Lieblingstier als Nippes in der Vitrine, wie mit dem Pferdeliebe-Ensemble – Pferde-liebe als Inbegriff der träumerischen Selbstwerdung pubertierender Mittelschicht-mädchen – schlägt Bijl einen humoristischen Unterton an. Er inszeniert die Faszinationsgeschichten der Normalbürger mit Ironie aber ohne Überheblichkeit. Vor dem Hintergrund der großen menschlichen Katastrophen des 20. aber auch des aktuellen Jahrhunderts, vom Holocaust bis Fukushima, wirkt Normalität fragil.

Die Patina der älteren Objekte in der Ausstellung spielt mit dem Schein des Echten. Das Echte (Original im Gegensatz zu Kopie = Kunst) und das Authentische (als unverwechselbar Individuelles = Leben) werden hier gleichermaßen indiziert. Das Angestaubte, Unzeitgemäße in diesen Arbeiten wirft als Reflex ein Licht auf das Unzeitgemäße der Kunst, deren unzeitgemäße Mittel und Bedeutungen. Kunst, ungeachtet ihrer “technischen Reproduzierbarkeit”, bedient sich weiterhin alter Mittel und behauptet auf diese Weise ihren “Kultwert” gegenüber ihrem “Ausstellungs-wert”(1). Guillaume Bijl simuliert “Echtheit” im Umfeld der Kunst, wo Echtheit nach wie vor alles ist.