Galerie Nagel Draxler

Jiang Congyi "Beijing Belle"

Eröffnung: 01. Mai 2008, 19-22
Ausstellung: 02. Mai – 07. Juni 2008

Jiang Congyi
"Beijing Belle", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin

Photo: Simon Vogel
Jiang Congyi
"Beijing Belle", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin

Photo: Simon VogelJiang Congyi
"Beijing Belle", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin

Photo: Simon VogelJiang Congyi
"Beijing Belle", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin

Photo: Simon VogelJiang Congyi
"Beijing Belle", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin

Photo: Simon VogelJiang Congyi
"Beijing Belle", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin

Photo: Simon VogelJiang Congyi
"Beijing Belle", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin

Photo: Simon VogelJiang Congyi
"Beijing Belle", 2008
Ausstellungsansicht
Galerie Christian Nagel, Berlin

Photo: Simon VogelJiang Congyi
"Beijing Belle No. 07", 2007
Öl auf Leinwand 
150 x 180 cm

Photo: Simon VogelJiang Congyi
"Beijing Belle No. 08", 2007
Öl auf Leinwand 
150 x 180 cm

Photo: Simon VogelJiang Congyi
"Beijing Belle No. 14", 2008
Öl auf Leinwand
180 x 150 cm 

Photo: Simon VogelJiang Congyi
"Beijing Belle No. 16", 2007
Öl auf Leinwand	
130 x 110 cm

Photo: Simon VogelJiang Congyi
"Beijing Belle No. 21", 2008
Öl auf Leinwand
180 x 150 cm

Photo: Simon VogelJiang Congyi
"Beijing Belle No. 15", 2008
Öl auf Leinwand
180 x 150 cm

Photo: Simon Vogel

Pressetext

„In these paintings I don’t want to express thoughts because these ideas are already accepted by society…But I no longer accept the paradigms offered by purported authorities who avoid the ethical problems of their arguments…“ Jiang Congyi

Die Malerei der Chinesin Jiang Congyi widmet sich obsessiv und ausschließlich Darstellungen von Frauen in klischeehaften Posen. In pastellhaften Rosa- und Violetttönen stellt sie junge, geschminkte Frauen dar, die rauchen. Was in westlichen Ländern während der 60er Jahre ein verbreitetes Symbol der Emanzipation war, ist hier umgekehrt ein Symbol der Auslieferung an die totale Vertrashung von Freiheitssymbolen und ihrer Geschichte.
Weitere „Frauenthemen“ Congyis, schwangere Bäuche, Frauen in Hochzeitskleider, pornografische Darstellungen wirken durch die einheitlich bonbonhafte Farbgebung der Bilder wie leicht vernebelte Spiegelungen solch flacher Sujets.
Jiang Congyi begann ihre Karriere in den 80er Jahren, nach der ersten Welle einer „von der kommunistischen Partei flankierten kapitalistischen Bulimie“ (Francois Jullien), ausgelöst durch die Marktöffnungspolitik Deng Xiaopings und seines Slogans „Bereichert Euch!“.
War die Rolle der Frau im kommunistischen China bislang die der „Volkschinesin“ gewesen, die möglichst alle erotischen (bürgerlich dekadenten) Weiblichkeitsattribute verleugnen sollte, fand nun über Nacht eine Art Umerziehung zur „Konsumchinesin“ statt, die fähig sein muss, sich im Handumdrehen alle Kniffe aus der Fernsehwerbung anzueignen.
Congyi gehört, wie etwa auch die Autorin Zhou Wei Hui (Shanghai Baby) einer Generation von chinesischen Feministinnen an, die versucht, die „staatlich“ wie „kapitalistisch“ beschleunigten Vorgänge vergegenständlichender Rollenzuschreibungen an Frauen darzustellen.
Congyis Frauenbilder sind übertriebene Affirmationen von Werbeposen.
Die Gesichter der Abgebildeten zeigen bisweilen Anflüge von Irritation oder Unsicherheit. Mehr nicht.

Jiang Congyi, die letztes Mal 2006 bei Christian Nagel in Berlin ausstellte, wurde 1963 in der Provinz Henan in China geboren. Von 1983 – 1987 studierte sie an der Academy of Fine Arts, sie lebt und arbeitet in Peking.

SaD